Um eine optimale Verbindung zwischen Wohnraum und Garten zu schaffen, werden immer häufiger große Hebe-Schiebetüren eingesetzt. Gleichzeitig werden diese Türsysteme immer größer und schwerer, ausgeführt in Holz, Aluminium oder Kunststoff. Dabei wird die Bedeutung einer fachgerechten Verankerung jedoch häufig unterschätzt. Insbesondere die Befestigung im unteren Bereich der Hebe-Schiebetür verdient besondere Aufmerksamkeit.


Wird eine Hebe-Schiebetür geöffnet, stehen die beweglichen Flügel oft hintereinander. Dadurch entsteht eine konzentrierte Belastung an einem Punkt. Je nach Anzahl der Schiebeelemente kann diese Belastung zwei-, drei- oder sogar viermal so hoch ausfallen. Dadurch besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich die Schwelle verformt.


„Entscheidend ist die Befestigung der Bodenschwelle, denn dort wird die gesamte Last eingeleitet“, erklärt Arjan van Termeij von GB. „Rechnerisch mag die Konstruktion zwar ausreichend dimensioniert sein, doch Hebe-Schiebetüren reagieren sehr empfindlich auf Setzungen. Bereits eine minimale Verformung von wenigen Millimetern kann dazu führen, dass sich die Tür nicht mehr leichtgängig bedienen lässt.“

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Reklamationen durch Begrenzung von Verformungen vermeiden
Auch wenn eine Konstruktion die technischen Anforderungen erfüllt, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Hebe-Schiebetür langfristig optimal funktioniert. Bereits geringe Verformungen der Bodenschwelle können dazu führen, dass sich die Tür schwerer bewegen lässt oder nachjustiert werden muss. Dies verursacht nicht nur Unannehmlichkeiten für die Nutzer, sondern kann auch Serviceeinsätze und zusätzlichen Wartungsaufwand nach sich ziehen. Nach Ansicht von GB erfordert dies eine robustere Lösung als die bloße Einhaltung der Mindestanforderungen an die Tragkonstruktion. 

Doppelte Befestigung mit Frontstütze und Koppelanker
Um Verformungen weitestgehend zu verhindern, empfiehlt GB eine doppelte Befestigung. Hierbei wird eine Frontstütze in Kombination mit Koppelankern eingesetzt.
Mit einer Frontstütze wird die Bodenschwelle direkt auf dem Fundament oder auf erhöht ausgeführtem Mauerwerk abgestützt. Dadurch werden Durchbiegungen vermieden und die Hebe-Schiebetür bleibt dauerhaft stabil und funktionssicher. Eine gedämmte Randplatte sorgt dafür, dass die Frontstütze später nicht sichtbar ist.


Zusätzlich übernehmen die Koppelanker die Verankerung des Türrahmens an der Deckenkonstruktion beziehungsweise Bodenkonstruktion und leiten die Windlasten sicher in das Bauwerk ab.


Diese doppelte Befestigung wird derzeit weiter in das GB-Beratungstool integriert. „Die zusätzlichen Belastungen von Hebe-Schiebetüren werden bereits in unseren Berechnungen berücksichtigt. Wir erweitern die Empfehlung jedoch um den Hinweis, neben einem Koppelanker auch eine Frontstütze einzusetzen“, so Arjan van Termeij.

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Zuverlässige Beratung für jede Einbausituation
Durch den Einsatz immer größerer Rahmenkonstruktionen und schwererer Verglasungen gewinnt eine projektspezifische Befestigungsberatung zunehmend an Bedeutung. Allgemeine Faustregeln bieten dabei nicht immer ausreichende Sicherheit.


Das Online-GB-Beratungstool liefert auf Grundlage der KVT-Richtlinien eine zuverlässige und fundierte Empfehlung für die Befestigung von Fensterrahmen und Fassadenelementen. Dadurch können Baufachleute nicht nur die geeignete Verankerung bestimmen, sondern auch nachweisen, dass diese entsprechend den geltenden Richtlinien ausgeführt wurde.


Dies spielt auch im Rahmen des niederländischen Gesetzes zur Qualitätssicherung im Bauwesen (Wet kwaliteitsborging voor het bouwen – Wkb) eine wichtige Rolle. Zur Unterstützung von Bauunternehmen, Fensterherstellern und Qualitätsprüfern hat GB zudem eine spezielle Wkb-Checkliste für die Rahmenverankerung entwickelt.

GB Adviestool

Vom Standarddetail bis BIM
Zusätzlich zum Beratungstool bietet GB Unterstützung durch die Broschüre „Projektberatung Standardsituationen“. Darin werden häufig vorkommende Verankerungslösungen für Fenster- und Türrahmen im Wohnungsbau vorgestellt und mit praxisorientierten Verankerungsempfehlungen auf Grundlage fundierter Berechnungen ergänzt.


Darüber hinaus arbeitet GB an einer Anbindung des Beratungstools an BIM. Dadurch wird es künftig noch einfacher, Verankerungsempfehlungen direkt im digitalen Gebäudemodell anzuwenden und die Qualität der gewählten Lösung nachvollziehbar zu dokumentieren.


Denn letztlich wird die Qualität des Endergebnisses nicht allein durch die Hebe-Schiebetür selbst bestimmt, sondern vor allem durch die Art und Weise ihrer Verankerung.

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